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Registermodernisierung: Anschluss in der Fläche startet im September 2026

Registermodernisierung: Anschluss in der Fläche startet im September 2026

Registermodernisierung, Anschluss Nationales Once-Only-Technical-System und EUDI-Wallet – wie hängt das alles zusammen und wie sollten wir uns darauf vorbereiten?

Sicherer, europaweiter Datenaustausch zwischen Behörden und Nachweisabruf mit der ID-Nummer in Echtzeit – das ist das Ziel. Der Bund stellt das „Nationale Once-Only-Technical-System (NOOTS)“ im September 2026 für den Anschluss in der Fläche bereit. Kommunen sollten jetzt in die Umsetzung gehen.  

Die deutschen Register müssen modernisiert und interoperabel sein, um über NOOTS angebunden werden zu können. Die Einführung einer Identifikationsnummer (IdNr) als registerübergreifender Schlüssel und die Schaffung interoperabler Schnittstellen sollen dies ermöglichen.

eIDAS-Verordnung und EUDI-Wallet

Darüber hinaus sieht die eIDAS-Verordnung vor, dass alle EU-Mitgliedstaaten bis Ende 2026 mindestens eine EUDI-Wallet anbieten müssen. Die Wallet dient dabei als Authentifizierungs- und Nachweiswerkzeug, um Daten sicher zwischen Bürger*innen, Behörden und Registern auszutauschen und Nachweise bereitzustellen. Im Januar 2026 hatte der Bund über den Start einer Sandbox für die EUDI-Wallet berichtet.  

Kommunen als Data Provider und Data Consumer in der Pflicht

Die Einführung der Identifikationsnummer in rund 50 Registern sowie die initiale Befüllung über  das IDA-Verfahren (Identitätsdatenabruf-Verfahren), der Anschluss an das bundesweite Datenschutzcockpit und an das NOOTS haben drei neue XÖV-Standards sowie drei neue Schnittstellen zur Folge. Als sogenannte „Data Provider“ sind die Kommunen verpflichtet, strukturierte Nachweise, wie zum Beispiel Meldebescheinigungen oder Geburtsurkunden, über registerführende Fachverfahren bereitzustellen.

Die Kommunen sind aber auch als abrufende Stellen (Data Consumer) beteiligt. Bei Online-Dienstleistungen in Service-Portalen und Web-Präsenzen werden Nachweise zur Laufzeit aus den Registern angefordert. Diese Online-Dienste müssen jeweils ertüchtigt werden, Nachweise vom Data Provider abzurufen.

 

Zeitschiene mit Fristen, Quelle: FITKO

 

Technisch komplex, hohe Aufwände

„Es wird nicht nur sportlich, sondern auch technisch komplex – da sind sich alle einig“, sagt Gert Bongard, der das Projektbüro zur Registermodernisierung bei der regio iT leitet und das Thema seit langem in zahlreichen Gremien begleitet und mitgestaltet. „In dieser ersten Phase müssen etwa 15 kommunale Register, teilweise mit mehreren Fachverfahren bei allen Bestandskunden über verschiedene Schnittstellen einzeln an das Identitätsabruf-Verfahren (IDA), Datenschutzcockpit (DSC) und NOOTS angebunden werden. So kommen möglicherweise mehr als 1.000 Anbindungen auf uns zu“, schätzt Bongard.

Experten vermissen bei der bisherigen NOOTS-Architektur teilweise die Mandantenfähigkeit und die Bündelung von Schnittstellen. Im Rahmen von Proof of Concepts (PoCs) sollen dazu verschiedene Lösungsansätze bewertet werden. Hinzu kommt die Forderung nach einem synchronen Datenabruf zur Laufzeit des Nachweisabrufes. Die kommunalen lokalen Register müssen für eine 24/7-Verfügbarkeit noch entsprechend ertüchtigt werden.

Maximale Trefferquote beim Datenmatching erreichen

Bei Registermodernisierung ist beim IDA-Verfahren mit Ungenauigkeiten zu rechnen und der Datenabgleich muss weitgehend händisch erfolgen. „Um das vom Bund geforderte Datenniveau zu erreichen und eine maximale Trefferquote beim Datenmatching zu gewährleisten, beraten und unterstützen wir unsere Kunden sowohl bei der Datenbereinigung als auch bei den entsprechenden Tests“ so Bongard.

 

Gesetzlich vorgeschriebene Fristen für 2026

  • Registermodernisierung: RegMoG, Identifikationsnummerngesetz (IDNrG) – Flächenrollout ab 4. Quartal 2026
  • NOOTS: NOOTS-Staatsvertrag – Flächenrollout ab 4. Quartal 2026
  • EUDI-Wallet: eIDAS-Verordnung - Ende 2026 müssen alle EU-Mitgliedstaaten mindestens eine EUDI-Wallet anbieten

 

Datenbereinigung und -matching jetzt starten

Um die Fristen einhalten zu können, sollten Kommunen jetzt in die Vorbereitung zur Umsetzung gehen. Ein interdisziplinäres strategisch/technisches Team von nextgov iT und regio iT aus den Bereichen Registermodernisierung, NOOTS-Schnittstellen- und Datenmanagement sowie Projektmanagement steht dafür zur Verfügung. Fordern Sie dazu gerne ein Beratungsangebot über vertrieb@regioit.de an.

Die Gesamtleitung zur Umsetzung von NOOTS liegt bei der FITKO (Föderale IT-Kooperation), die die Geschäfts- und Koordinierungsstellen des IT-Planungsrats bündelt. Die Registermodernisierung als Gesamtprojekt mit allen 51 Registern soll in drei Phasen bis Ende 2028 abgeschlossen werden.

 

Weitere Informationen finden Sie hier:

https://www.regioit.de/nachrichten/artikel/registermodernisierung-was-wir-wissen-und-was-noch-nicht?etcc_cmp=read-iT&etcc_med=1-25

https://noots.gov.de/

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